Ökosystem

Ökosystem Jagst

Die Jagst ist eines der wert­vollsten Öko­systeme in Baden-Württemberg.

Der Fluss und seine Seiten­täler sind Lebens­raum für eine besondere Arten­viel­falt. Zudem bietet diese Perle der Natur extrem seltenen und bedrohten Lebe­wesen ein Refugium zum Über­leben und steht deshalb gleich mehr­fach unter strengem Schutz.

 

Von den Aus­wirkungen des Lösch­wasser­eintrags sind insgesamt fünf Flora-Fauna-Habitat(FFH)-Gebiete, ein aus­gedehntes euro­päisches Vogel­schutz­gebiet sowie ein großes Natur­schutz­gebiet betroffen.

 

Nach Europa­recht stehen für den Fluss­bereich folgende Arten unter Schutz: kleine Fluss­muschel, Stein­krebs, die Fisch­arten Bitterling und Groppe (auch Mühlkoppe genannt), Biber, Kamm­molch und Gelb­bauch­unke sowie Eis­vogel, Wasser­ralle und Zwerg­taucher. Die FFH-Gebiete sind gemeinsam mit dem Vogel­­schutz­gebiet Teil des europäische Schutz­­gebiets­netz Natura 2000.

Die Ursache

Die Ursache

In der Mühle bei Kirchberg/Jagst-­Lobenhausen im Land­kreis Schwäbisch Hall brach am 22.8.2015 ein Groß­brand aus. Das Lösch­wasser schwemmte Gift­stoffe aus dort gelagertem Kunst­dünger in die Jagst, insbesondere Ammonium­nitrat.

 

Die Folge war eine der größten öko­logischen Gewässer­katastrophen in Deutsch­land seit seit dem Sandoz-­Unglück am Rhein vor 30 Jahren.

Fischsterben

Fischsterben

Unmittelbar nach dem katastrophalen Löschwasser­eintrag setzte mit der den Fluss hinab­ziehenden Giftwelle ein massives Fisch­­sterben ein. Die für die Tiere töd­liche Ammoniumnitrat-­Konzentration wurde bei der ersten Messung in der Jagst unter­halb des Brand­ortes um das 300-fache über­schritten. Die frei­willigen Helfer, Natur­schutz­verbände und Angel­vereine, haben in der ersten Woche insgesamt rund 20 Tonnen tote Fische aus dem Fluss geborgen, wobei nur ein Teil erfasst werden konnte.

 

Auf ca. 20 Fluss­kilometern wurden nahezu alle Fische getötet.

Hoch­gerechnet sind dies weit über hundert­tausend tote Tiere, neben den schon erwähnten geschützten Arten auch welche von der Roten Liste, wie Barbe, Schneider und Nase.

Der Folgeschaden

Der Folgeschaden

Zum jetzigen Stand sind die Aus­wirkungen auf die Flora und Fauna immer noch nicht genau ein­zu­schätzen. Wohl haben Klein­lebe­wesen die Gift­welle zu einem erheb­lichen Teil über­lebt, doch aufgrund des Fehlens der Fische droht das empfind­liche öko­logische Gefüge aus den Fugen zu geraten. Zum Beispiel entstehen nun Lücken in der Nahrungs­kette: Eis­vögeln, Gänse­sägern und Silber­reihern fehlen ihre Beute­tiere, was sie zum Abwandern zwingt.

 

Fest steht: Das Öko­system ist über Jahre hin­weg geschädigt. Abbau­produkte der Dünger­brühe können zudem noch länger Schaden anrichten. Experten vermuten, dass es zwischen 5 und 10 Jahren dauern wird, bis der ursprüng­liche Zustand wieder hergestellt ist. Ob man es schafft, dass sich die komplette Vielfalt und die besonders seltenen Arten wieder einstellen, ist ungewiss. Natur- und Umwelt­verbände möchten ihr Know-how und ihre Arbeits­kraft einsetzen, um die Wieder­gesundung der Jagst zu erreichen.

 

Die Initiative „Wir-helfen-der-Jagst“ möchte diese Aktivitäten dabei direkt unterstützen.

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